Domkirche St. Stephan zu Wien
   
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Der Stephansdom Domkapitel

Domkapitel zu St. Stephan

Eine Stiftung Herzog Rudolf IV., heute Ratgeber des Bischofs und Sorge um den Dom

 

Msgr. Mag.
Dr. Ernst Pucher
Domkustos
Dompropst / Offizial
Domkapitular seit:
12.04.1990

Prälat Kr. 
Karl Rühringer
Domdekan
Domkapitular seit:
15.08.2001

Univ. Prof. Prälat 
Dr. Josef Weismayer
Domkapitular seit:
03.06.2001

 

KR Prälat 
Dr. Matthias Roch
Bischofsvikar
Domkapitular seit:
01.10.1997

Kanonikus Msgr. 
Dr. Walter Mick
Ordinariatskanzler
Domkapitular seit:
01.10.1998

Kanonikus Msgr. 
Mag. Franz Schuster
Domkapitular seit:
23.05.1999

 

 

Kanonikus 
Mag. Anton Faber
Dompfarrer
Domkapitular seit:
01.11.2000

Mag. Dr. Franz Scharl 

Weihbischof

Domkapitular seit:
23.04.2006


Dipl. Ing. Mag.
Stephan Turnovszky
Weihbischof
Domkapitular seit:
12.05.2008

 

 

 

Msgr DDr.
Michael Landau
Caritasdirektor
Domkapitular seit:
30.05.2008 

Univ. Prof.
Dr. Rudolf Prokschi
Domkapitular
Domkapitular seit:
01.09.2010

Liz. Dr. Nikolaus Krasa
Generalvikar
Domkapitular seit:
30.05.2008



Das Domkapitel...

...ist eine Körperschaft von Geistlichen höheren Ranges an einer Kathedralkirche, eine Gebetsgemeinschaft zur höheren Ehre Gottes, bestimmt zur Abhaltung feierlicher Gottesdienste, zur Unterstützung des Bischofs als sein Senat und Rat. Dieses uralte Rechtsinstitut verkörpert seinem Wesen nach die Sorge der Kirche für den Kult, entlastet die bischöfliche Verwaltung und bildet gewissermaßen ein „Gegengewicht" zur bischöflichen Regierungsgewalt.


Das Domkapitel hat seine ersten Anfänge im Klerus der Bischofsstadt. Seit dem 4. Jahrhundert bildete sich ein gewisser Zusammenschluss der Kathedralgeistlichkeit mit einer Art „vita communis“ (Leben in Gemeinschaft) heraus. Der Name „Domkapitular" stammt ursprünglich von dem kapitelweisen Vorlesen aus dem Regelbuch.


Man unterschied verschiedene Dignitäten: den Propst als obersten Leiter des Kapitels; den Dekan mit der Zuständigkeit für Disziplin, Vermögensverwaltung und Gottesdienst; den Kustos, betraut mit der Sorge um den Gottesdienst, den Domschatz und die Reliquien; den Kantor, verantwortlich für Liturgie und Chorgesang, sowie den Scholaster, der mit der Aufsicht über die Dom- und Stiftsschulen betraut war. Ein solches Kapitel entstand im Jahr 1365 auch an der - damals noch - Pfarrkirche St. Stephan zu Wien, die von Anfang an eng mit der Geschichte des Landes verbunden war.


Mit der am 16. März 1365 erfolgten Errichtung eines exemten (vom Bischof unabhängigen) Kollegiatkapitels (des heutigen Domkapitels) an der inzwischen in gotischem Stil prächtig erweiterten Stephanskirche gelang dem jungen Habsburger Herzog Rudolf IV., dem Stifter († 1365), eine wichtige Voraussetzung für die Erhebung „seiner" Stephanskirche zur Kathedrale.


Doch erst hundert Jahre später, im Jahr 1469, erreichte Kaiser Friedrich III. († 1493) anlässlich einer Wallfahrt nach Rom bei Papst Paul II. die Zustimmung zur Gründung zweier kleiner Bischofssitze in Wien und Wiener Neustadt. Kraft der Bulle „In supremae dignitatis specula“ vom 18. Jänner 1469 wurde das Bistum Wien kanonisch errichtet. Die feierliche Promulgation erfolgte, durch den hartnäckigen Protest des Bischofs von Passau hinausgezögert, allerdings erst am 17. September 1480.


Im besonderen Fall bei St. Stephan galt es nun vor allem den Passauer Einspruch – da ja das Patronat der Stephanskirche zwischen Herzog und Bischof weiter umstritten war – auf dem Wege eines komplizierten Gründungsprozesses auszuschalten. So wandte sich Rudolf nach dem Tode seines Vaters Albrecht II. im Jahr 1358 an den Papst mit der Bitte, an der von ihm in der Burg gegründeten Kapelle ein Kollegiatstift errichten zu dürfen. Innozenz VI. bewilligte dieses fromme Vorhaben mit zwei Bullen mit Datum vom 31. Dezember 1358. In der ersten wurde die Zusammensetzung des Kollegiatkapitels mit einem Propst, der – wie ein Bischof – die vollen Pontifikalien (Insignien eines Bischofs) tragen durfte, 24 Kanonikern und 26 Kaplänen und deren Präbenden festgesetzt; die zweite stellte die Exemtion des zu errichtenden Kapitels von der Jurisdiktion sowohl des Salzburger Erzbischofs als auch des Passauer Bischofs fest.


Am 16. März 1365 beurkundeten schließlich die drei päpstlichen Kommissare, Bischof Johannes von Gurk, Bischof Heinrich von Lavant und der Schottenabt Clemens von Wien, die von ihnen an diesem Tag kraft päpstlicher Autorität vorgenommene Erhebung St. Stephans zur Kollegiatkirche, sowie die Errichtung des Kollegiatkapitels selbst, welches in ungebrochener Folge als Dom- und (ab 1722) Metropolitankapitel bis auf den heutigen Tag besteht. 


So wurde St. Stephan nach der erfolgten kanonischen Errichtung zur Kollegiatkirche erhoben und die ersten Kanoniker wurden feierlich in ihr Amt eingesetzt. Der Herzog übergab mit dem ersten Stiftsbrief die Dotation, mit dem zweiten, dem „großen Stiftsbrief“, regelte er bis ins Kleinste Leben, Rechte und Pflichten der Kanoniker. Er kümmerte sich auch persönlich um eine reichliche Dotation seiner Stiftung.


Alle Mitglieder des Kapitels waren zur Residenz verpflichtet. Sitz des Kapitels wurde die ganze Stephanskirche, die Westempore bestimmte der Herzog zum Kapitelhaus. Der Mittelchor war der Ort des gemeinsamen Gebetes - mit einer genau festgelegten Sitzordnung. Hier stand auch der Stuhl des Propstes. Eine besondere Auszeichnung stellte das Privileg der vollen Pontifikalien, mit Einschluss des Stabes, für den Propst dar - eine Auszeichnung, die Säkularpröpsten im Mittelalter nur selten zuteil wurde. Aber diese Verleihung des Fürstenranges an den Propst sollten eben sowohl die herzoglichen Machtbefugnisse als auch dessen hohe Stellung unter Beweis stellen.


Dem Passauer Bischof Albert II. blieb vorerst nichts übrig, als sich den bereits vollzogenen Tatsachen zu fügen.


So hatte Herzog Rudolf IV. zwar keinen Bischof nach Wien gebracht, dafür aber immerhin eine stattliche Zahl höherer Geistlichkeit mit einem Propst an der Spitze, der, wie ein Bischof, beim feierlichen Gottesdienst eine Mitra (Bischofsmütze) tragen durfte.


Die Geschicke des Kollegiatkapitels zu Allerheiligen sollten sich in der Folge allerdings wechselhaft gestalten, vor allem ab jenem Zeitpunkt, da man am Ziel der Wünsche angekommen war und in Wien tatsächlich ein Bischof residierte.

Quelle: Pfarrblatt der Dompfarre St. Stephan, 56. Jahrgang/Nr. 2, Dezember 2000